Was ist Ortho-K?
Die Methode dahinter einfach erklärt.
„Nachtlinsen sind eine seit vielen Jahrzehnten etablierte, reversible Methode zur Sehkorrektur.“
Orthokeratologie oder auch Ortho-K ist ein nicht-chirurgisches Verfahren zur temporären Korrektur von Fehlsichtigkeiten wie z. B. Kurzsichtigkeit (Myopie) und Astigmatismus. Es funktioniert, indem die Patientin bzw. der Patient speziell angefertigte formstabile Kontaktlinsen in der Nacht trägt.
1. Ausgangssituation
In der Ausgangssituation hat die Hornhaut ihre natürliche Form.
Bei Kurzsichtigkeit z.B. ist das Auge im Verhältnis zu stark gekrümmt oder zu lang – das Bild entsteht vor der Netzhaut, die Sicht in die Ferne ist unscharf.
2. Nachtlinsen einsetzen
Am Abend werden die formstabilen Nachtlinsen eingesetzt. Sie liegen über Nacht ganz gezielt auf der Tränenfilmschicht der Hornhaut auf.
Die besondere Rückflächengeometrie der Linse verteilt den Druck so, dass bestimmte Bereiche der Hornhaut sanft modelliert werden.
3. Sanfte Formveränderung der Hornhaut
Während du schläfst, passt sich die oberste Schicht der Hornhaut schrittweise der Form der Nachtlinse an. Es findet keine Operation statt, sondern eine reversible Umformung der vordersten Hornhautschicht.
Dadurch wird die Brechkraft des Auges so verändert, dass das Bild wieder korrekt auf der Netzhaut landet.
4. Am Tag: klare Sicht ohne Linse
Am Morgen werden die Nachtlinsen herausgenommen. Die durch die Nachtlinse erreichte Formveränderung der Hornhaut bleibt über den Tag erhalten.
Das Ergebnis: Du kannst tagsüber scharf sehen – ohne Brille und ohne Tageslinsen. Diese Wirkung hält bei regelmäßigem Tragen der Nachtlinsen 24 bis 48 Stunden an.
Die Geschichte der Orthokeratologie
1960 – Die Anfänge
In den 1960er-Jahren wurde entdeckt, dass formstabile Kontaktlinsen die Hornhaut vorübergehend in ihrer Form verändern können.
Die Idee einer Sehkorrektur ohne Operation war geboren – noch ohne moderne Materialien und Messtechniken.
1980 - Weiterentwicklung
Ortho-K wurde weiterentwickelt und verbessert, und die ersten klinischen Studien wurden durchgeführt, um die Wirksamkeit und Sicherheit der Methode zu belegen.
1990 – Moderne Ortho-K-Designs
Mit neuen Linsenmaterialien und computergestützten Designs wurden Orthokeratologie-Linsen deutlich präziser und sicherer. Die Anpassung konnte immer besser auf die individuelle Hornhautform abgestimmt werden.
2000 – Klinische Etablierung
In vielen Ländern etablierte sich Ortho-K als anerkannte Methode zur Korrektur von Kurzsichtigkeit. Markteinführung auch in Deutschland: Mit Fortschritten in der Kontaktlinsentechnologie und der Verfügbarkeit von modernen Messgeräten wurde Ortho-K noch effektiver und präziser.
Heute
Die Nachfrage nach dieser nicht-invasiven Methode zur Sehkorrektur ist weiterhin hoch. Ortho-K hat im Laufe der Jahrzehnte eine beeindruckende Entwicklung durchgemacht und ist zu einer wertvollen Alternative für diejenigen geworden, die eine nicht permanente Sehkorrektur bevorzugen.